Die Gesundheit – immer wieder

Dass die Gesundheit ein wichtiges Gut ist, wissen wir grundsätzlich alle.

Nun, wenn man auf dem Weg hin zur Pensionierung ist, hat die Gesundheit einen anderen Stellenwert. Vielleicht sollte man ab und zu auf seinen Körper hören. Das gilt auch und speziell für mich. Ich arbeite seit Jahren immer wieder am Limit meiner eigenen Kräfte. Wenn ich arg übertrieb, antwortete mein Körper mit einem Unfall.

Doch da ich diese Sprache so langsam verstehe, habe ich es diesmal vorher gemerkt. Ich fühlte mich ausgelaugt und erschöpft. Dazu kam, dass mir im Geschäft aufgrund eines neuen Gesetzes ein zusätzliches Projekt auf’s Auge gedrückt wurde, von welchem ich zwar wusste, nur der Zeitpunkt schien bisher nach meiner Pensionierung zu sein. Leider habe ich mich geirrt. Dieses Projekt finde ich als äusserst aufwendig und über den Sinn…. Nun, Gesetz ist Gesetz.

Diese Kombination ist meiner Gesundheit nicht gerade zuträglich. Die grosse Frage war nun, wie ich darauf reagiere. Ein ganz kleines bisschen bin ich stolz auf mich, da ich den Mut gehabt habe, auf mich zu hören, zum Arzt ging und mich krankschreiben liess. Meine Ärztin gab mir eine Woche. Ich hätte gerne zwei gehabt. Doch manchmal kommt alles anders als man denkt.

Mein Körper hat wohl gewusst, dass ich ein Loyalitätsproblem hätte, würde ich einfach zwei Wochen daheim bleiben. Und so kam es, wie es kommen musste. Ich produzierte einen Unfall! Den letzten Treppentritt zu ignorieren, führt halt zu einem Sturz. Da sass ich also plötzlich auf dem Boden und spürte, dass beide Beine schmerzten. Ich war gerade auf dem Weg zur Ärztin. Sie lachte nur und meinte, dass ich so natürlich eine zweite Woche daheim bleibe!

So schenkte mir mein Körper genügend Zeit, mich mit meiner Zukunft auseinander zu setzen. Und das habe ich getan. Ich habe mir die Frage gestellt, ob ich wirklich noch zwei Jahr unter diesen Vorzeichen arbeiten will? Ich war durchaus mutig, finde ich. Ich habe mich an den Computer gesetzt ein Excel-Blatt eröffnet und versucht zu rechnen (AHV, Pensionskasse, Steuern etc.). Dazu habe ich gewagt, mich zu fragen, was wäre, wenn ich ein Jahr früher aufhören würde. Das würde heissen, ein Jahr mehr Lebensqualität, weniger Druck und Stress, anderseits auch etwas weniger Geld. Doch habe ich finanzielle Einbrüche nicht schon mehrmals in meinem Leben gut gemeistert? Und dann habe ich entschieden.

Da mein Vorgesetzter in den Ferien weilte, somit noch nichts von meinem Unfall wusste und ich nicht im Betrieb sein würde wenn er wieder zurückkommt, habe ich ihm einen Zwischenbericht geschrieben. Worin ich ihm meinen Entscheid mitteilte, dass ich ein Jahr früher in Pension gehen werde.

Auch wenn mich das eine Jahr relativ viel Geld kostet und auch nachher jeden Monat die Rente kleiner sein wird, bin ich überzeugt, dass dieses Geld gut angelegt ist – angelegt in mich, meine Lebensqualität.

Erkenntnis

Ich werde wohl den Countdown um ein Jahr abändern müssen!!

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