Trainingslager – oder Sommerferien der andern Art

Für diese Sommerferien hatte ich mich an einem Kurs in der Innerschweiz hoch über dem Vierwaldstättersee eingeschrieben. Ich habe mich darauf gefreut, da ich das Haus und auch die Kursleiter kenne. Es sollte eine interessante und lehrreiche Woche werden. Die zweite Woche plante ich mit Treffen von Freundinnen und daheim sein.

Doch es kam anders. Der Kurs wurde nicht durchgeführt, da es zu wenige Anmeldungen gab. Schade! Doch ändern konnte ich das nicht. Dazu kam, dass ich keine Lust hatte auf eine kurzfristige Notlösung. Also was nun? Ich entschied mich, mal ein bisschen das Rentnerleben auszuprobieren, in mein persönliches Trainingslager zu gehen.

Jeden Tag versuchte ich, mir einen kleinen Höhepunkt einzubauen. So war ich mehrmals im Frauenbad bei den Weihern hier in St. Gallen – unglaublich schön. Dieses Bad hatte ich vorher noch nie besucht. Für mich ist das eine wahre Perle. Ein Ort, den ich sicherlich noch öfter besuchen werde.

Ein andermal habe ich ganz alleine einen Ausflug nach Friedrichshafen unternommen. Sicherheitshalber hatte ich ein Buch dabei. So konnte ich lesen, sei’s beim Warten auf das Mittagessen oder in einem kleinen etwas schattigen Park auf eine Bank sitzend. Das hat mir sehr gut gefallen. Ich war zufrieden mit mir, im Bewusstsein, dass ich durchaus fähig bin, auch alleine einen Ausflug zu unternehmen.

Und dann passierte, was ich nie gedacht hätte. Meine Banknachbarn, ein Paar vielleicht etwas älter als ich, haben ein Gespräch mit mir angefangen. Wir haben uns sehr angeregt unterhalten. Sie gingen dann, um noch etwas zu trinken. Ich habe noch weitergelesen und die Stimmung genossen. Danach wollte ich noch kurz in die Buchhandlung an der Promenade, um mich dann auf den Heimweg zu machen. Beim Vorbeischlendern sah ich meine Banknachbarn wieder. Sie haben mich spontan zu sich an den Tisch eingeladen, was ich gerne annahm. Ich hatte ja jede Stunde ein Schiff, um nach Hause zu tuckern. Und so genoss ich das Beisammensein nochmals. Das angeregte Gespräch von vorher fand seine Fortsetzung. Das Gefühl war: Fremde getroffen, als Freunde auseinandergegangen.

Erkenntnis

Auch wenn ich alleine unterwegs bin, kann immer noch etwas ganz Unverhofftes passieren!!

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