Was passiert mit mir?

In meiner Jugend hörte ich immer wieder im Radio den Veranstaltungstipp der Bregenzer Festspiele. Viele Jahre gehörte es zu einem schier unerfüllbaren Traum von mir, einmal einer dieser Vorstellung auf der Bregenzer Seebühne beizuwohnen. Damals lebte ich noch nicht in der Ostschweiz und es war wirklich kaum vorstellbar, dass sich dieser Traum je erfüllen würde.

Vieles hat sich in der Zwischenzeit, in all den gelebten Jahren, geändert. So war ich nun schon einige Mal in Bregenz und habe mir dort die verschiedensten Vorstellungen angesehen. Das wirklich Imposanteste war immer die Bühne!! Doch nach der Oper „André Chenier“, welche so viel Morden zeigte und es keine Melodie dazu gab, welche mir im Ohr hängen blieb, dachte ich, das sei es nun gewesen. Doch dann änderten die Bregenzer das Konzept und brachten bekannte Opern zurück auf die Seebühne, Mozarts „Zauberflöte“ zum Beispiel und aktuell „Carmen“ von Georges Bizet. Da „mussten“ meine Freundin und ich natürlich hingehen.

Wir hatten beste Plätze und der Wettergott war uns auch mehr als wohlgesonnen. Einen perfekteren Abend kann man sich gar nicht vorstellen. Das Bühnenbild fantastisch, das Ballett mit Einbezug des Sees spektakulär, die Musik bekannt und wunderschön – einfach perfekt. Und doch…. Jetzt im nachhinein spüre ich, es ist wirklich vorbei.

In mir stellen sich Fragen wie: Was brauchst du so ein Spektakel? Wäre die wunderbare Musik daheim auf dem Sofa mit einer feinen Tasse Tee nicht genussvoller? Brauchst du immer noch neue Bilder zu dieser Musik? Hast du nicht schon genügend Szenen in deiner Erinnerung, wo es um Geschlechter- und Stierkampf geht? Oder wo Liebe noch immer mit Leidenschaft verwechselt wird. Willst du oder brauchst du das wirklich noch?

Und da spüre ich, das war’s nun wirklich. Ich bin fasziniert vom Bühnenbild. Ich liebe diese Musik. Und doch hat etwas gefehlt. Was war es nur? Die Inszenierung war gelungen, das Spiel auf der Bühne und im Orchestergraben perfekt, vielleicht zu perfekt? Mich haben die Künstler nicht erreicht; ich konnte sie nicht spüren – etwas was mir einfach wichtig ist. Vielleicht ist diese Authentizität mir in den vergangenen Jahren wichtig und immer wichtiger geworden.

 Erkenntnis

Geh dorthin, wo dein Herz ergriffen wird, du die Künstler spürst und wenn es nur eine ganz kleine Bühne ist. Prestige ist einfach nicht mehr wichtig!!

 

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